Geschichte der Höhenburg „Stargard“

Erbaut wurde die zweiteilige Randhausanlage, mit Vorburg und Hauptburg, zwischen 1236 und 1260 als Hofburg der Markgrafen von Brandenburg. Die Burg Stargard ist das älteste weltliche Bauwerk in Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist die einzige erhaltene mittelalterliche Höhenburg in Norddeutschland. Während des ersten längeren Aufenthaltes des Markgrafen Otto III. von Brandenburg, erhielt der Marktort Stargard am 11. Januar 1259 das Stadtrecht. Ab 1292 waren Burg und Land Stargard, als Lehen der Markgrafen von Brandenburg, in mecklenburgischer Hand. Im Jahr 1347 kam Stargard als Reichslehen an Mecklenburg.

Von 1352 bis 1471 war die Burg Residenz der Herzöge von Mecklenburg-Stargard. Um 1500 erfolgten große Umbauten, u.a. für den Einsatz von Pulverwaffen. Im Jahr 1508 wurde der erste Weinberg angelegt. Um 1580 wurde die Burg Amtssitz der Stargarder Landdrosten. Während der Belagerung und Erstürmung der Stadt Neubrandenburg im Jahr 1631, nahm der kaiserliche General Tilly sein Hauptquartier auf der Burg Stargard. Nach der Errichtung des Herzogtums Mecklenburg-Strelitz, im Jahr 1701, wurde die Burg endgültig als Befestigungsanlage aufgegeben.

Bis zur Mitte des 18. Jh. verlor die Burg einen Teil der Alten Residenz, den Nordturm, die Wehrgänge der Hauptburg und die Wehrmauer der Vorburg mit vier Wehrtürmen und dem Jungferntor durch Abriss. Im Krummen Haus fand 1726 der letzte große Mecklenburger Hexenprozess statt. Von 1745 bis 1747 werden in der Hauptburg Münzen geprägt. Brandstiftung und Blitzschlag vernichten bis 1919 das Krumme Haus in der Hauptburg, drei Scheunen und zwei Stallgebäude. Seit 1922 diente die Burg für 10 Familien als Wohnung und Wirtschaftshof. 1946 entstand hier eine Landesjugendschule die 1963 zur Jugendherberge umfunktioniert wurde. Im Jahr 1990 zog die Jugendherberge in die Stadt um. Nun begann die umfassende bauhistorische Untersuchung und Sanierung der Burganlage. Nach schwieriger langer Sanierung wurde 1994 der Burgturm wieder als Aussichtsturm frei gegeben. Der Burggasthof „Zur Alten Münze“ und das Museum öffneten 1999 ihre Türen. Seit dem Jahr 2000 gibt es einen, über die Region hinaus bekannten, historischen Wurz- und Krautgarten. Wer sich traut kann seit 2001 auch auf der Burg heiraten. Eine Gewandschneiderei bietet dazu auf Wunsch die entsprechenden historischen Gewänder.